Sonntag, 3. August 2014

Über das KÄMPFEN & VERLIEREN

(c) APA

Gedanken anlässlich der Berichterstattung über den Tod von Barbara Prammer


Ja, auch ich bin betroffen. Barbara Prammer ist tot.
Wie so viele in diesem Land habe ich die Nachricht über die Medien erfahren, denn ich kannte Barbara Prammer nicht persönlich.

Betroffen macht mich jedoch nicht nur ihr Tod, sondern vor allem auch die Art und Weise, wie die Nachricht kommuniziert wurde und nach wie vor wird: „Kampf gegen Krebs verloren“.

Von dieser Formulierung war und wird die mediale Berichterstattung begleitet (es gibt auch Ausnahmen, zumindest was die Headlines betrifft).

Dennoch: Allgemeiner medialer Tenor: „Barbara Prammer hat den Kampf gegen den Krebs verloren“.
So wird uns die Nachricht verkündet, so erfahren wir es - und ich frage mich, was macht diese Aussage mit uns – und was sagt sie über uns aus?

Mir ist klar, dass zum Ausdruck gebracht werden soll, dass Barbara Prammer nicht resigniert hat und auf diese Weise versucht wird, ihr Respekt auszusprechen.

JA, sie hat nicht aufgegeben.

Und nun? Nun hat sie (also doch) „v-e-r-l-o-r-e-n“!?
Der Krebs gewonnen...?!

Kämpfen, verlieren – wieso und wozu werden diese Worte im Zusammenhang mit einer
(Krebs-)Erkrankung bzw. dem Tod verwendet? Verdient nur Respekt, wer den „Kampf“ aufnimmt? Sich einer Therapie unterzieht und weitermacht - so gut es eben geht?
Wer das jedoch nicht tut, hat „schon aufgegeben“. Ja und? Selbst wenn!?

Wir bzw. die Leistungsgesellschaft, in der wir leben, macht nicht mal vor dem Tod halt.
Nur wer kämpft, kann auch (irgendwie) gewinnen.
Wer nicht kämpfen kann oder will, hat schon versagt.
Und wer den Kampf aufnimmt, und dennoch stirbt, hat schlußendlich dennoch verloren.

Denken wir einfach mal darüber nach...

1 Kommentar:

  1. Super dass du dich endlich entschlossen hast zu blogen! Viele deiner Gedanken die du formuliert sind es wert geteilt zu werden. Ich freue mich auf die Fortsetzung. :-)

    AntwortenLöschen