Gedanken über positives Denken
„Man
nehme hin, was man nicht ändern kann,
man
habe den Mut, das zu ändern, was man ändern kann
und
man habe die Klugheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
(Augustinus)
Gut,
das Wetter kann ich nicht ändern und habe demnach schlicht die
Tatsache hinzunehmen, dass es seit drei (!!!) Tagen fast ohne
Unterlass regnet. Klingt vernünftig und vor allem logisch. Daran
kann ich nun wirklich nichts, aber auch gar nichts ändern.
Außer
vielleicht meiner Einstellung. Denn immerhin sitze ich in meiner
Wohnung, habe es mehr oder weniger warm und kuschelig (ein Dach über
dem Kopf!), während es draußen schüttet. Sollte mir kalt werden,
kann ich die Heizung aufdrehen oder ein Bad nehmen.
Fazit:
Andere haben dieses Glück nicht, sie haben kein Dach über dem Kopf,
und wünschen sich sehnlichst das zu tun, was ich kaum noch aushalte,
nämlich auf meinem Sofa zu liegen und gegen die depressive
Verstimmung anzukämpfen. Letzteres ist – wie ich nun demütig
einsehe - (m)ein Luxus-Problem, denn diese Menschen würden es
lieben, sich auf meinem Sofa in eine Decke kuscheln zu dürfen. Dass
ich mich über das Wetter beklage, ist also nun wirklich Jammern auf
hohem Niveau!
Aber
Moment – das ist bei mir aktuell noch nicht alles!
Ich
habe seit zweieinhalb Monaten keinen Job - und das deprimiert mich
wirklich.
Auch
wenn ich froh bin, in den „alten“ Job nicht mehr Tag für Tag
gehen zu müssen.
Auch
wenn ich mir keine Sorgen machen muss, dass ich meine Miete nicht
zahlen und meine Wohung verlieren könnte.
Nein,
diese Sorgen „muss“ ich mir nicht machen. Und dennoch: Immer
wieder überkommt mich Panik. Die Frage „WANN und WIE geht es
weiter?“ quält mich. Lähmt mich. Manchmal. Meistens.
Dann
rapple ich mich (stunden- oder tageweise) wieder auf. Denke daran,
dass es wahrlich schlimmer sein könnte. Aber auch das ist leider
nicht von langer Dauer. Weil mir schlicht das Talent zum positiven
Denken fehlt. Oder jedenfalls eine stabile Einstellung und
Stimmungslage.
Ich
bin zu wankelmütig, zu müde und es fehlt mir die Gabe, in meiner
aktuellen Lage die so gern zitierte CHANCE zu sehen.
Wieso
eigentlich?
Weil
ich genug habe. Müde bin vom „Aufstehen, Krönchen richten und
Weitergehen“? Ich keine Hürden mehr nehmen will? Hürden, die ich
mir nicht selbst auferlegt habe. Und deshalb darin keine Chance sehen
kann. Ist es das? Vermutlich.
Bin
ich wütend? - Ja.
Bin
ich frustriert? - Ja.
Und
was bringt mir das?
Nichts.
Es macht mich nicht stärker und meine Lage nicht besser. Auch das
sehe ich nun ein.
Aber
ein bisserl Jammern...? Darf ich? Soll ich? Mag ich? - JA!
Bleibt
die Frage: Wozu? Was bringt mir das?
Ich
denke weiter darüber nach...
