Montag, 1. September 2014

Über das JAMMERN (auf hohem Niveau)


Gedanken über positives Denken





Man nehme hin, was man nicht ändern kann,
man habe den Mut, das zu ändern, was man ändern kann
und man habe die Klugheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ (Augustinus)

Gut, das Wetter kann ich nicht ändern und habe demnach schlicht die Tatsache hinzunehmen, dass es seit drei (!!!) Tagen fast ohne Unterlass regnet. Klingt vernünftig und vor allem logisch. Daran kann ich nun wirklich nichts, aber auch gar nichts ändern.

Außer vielleicht meiner Einstellung. Denn immerhin sitze ich in meiner Wohnung, habe es mehr oder weniger warm und kuschelig (ein Dach über dem Kopf!), während es draußen schüttet. Sollte mir kalt werden, kann ich die Heizung aufdrehen oder ein Bad nehmen.

Fazit: Andere haben dieses Glück nicht, sie haben kein Dach über dem Kopf, und wünschen sich sehnlichst das zu tun, was ich kaum noch aushalte, nämlich auf meinem Sofa zu liegen und gegen die depressive Verstimmung anzukämpfen. Letzteres ist – wie ich nun demütig einsehe - (m)ein Luxus-Problem, denn diese Menschen würden es lieben, sich auf meinem Sofa in eine Decke kuscheln zu dürfen. Dass ich mich über das Wetter beklage, ist also nun wirklich Jammern auf hohem Niveau!

Aber Moment – das ist bei mir aktuell noch nicht alles!
Ich habe seit zweieinhalb Monaten keinen Job - und das deprimiert mich wirklich.

Auch wenn ich froh bin, in den „alten“ Job nicht mehr Tag für Tag gehen zu müssen.
Auch wenn ich mir keine Sorgen machen muss, dass ich meine Miete nicht zahlen und meine Wohung verlieren könnte.
Nein, diese Sorgen „muss“ ich mir nicht machen. Und dennoch: Immer wieder überkommt mich Panik. Die Frage „WANN und WIE geht es weiter?“ quält mich. Lähmt mich. Manchmal. Meistens.

Dann rapple ich mich (stunden- oder tageweise) wieder auf. Denke daran, dass es wahrlich schlimmer sein könnte. Aber auch das ist leider nicht von langer Dauer. Weil mir schlicht das Talent zum positiven Denken fehlt. Oder jedenfalls eine stabile Einstellung und Stimmungslage.
Ich bin zu wankelmütig, zu müde und es fehlt mir die Gabe, in meiner aktuellen Lage die so gern zitierte CHANCE zu sehen.

Wieso eigentlich?

Weil ich genug habe. Müde bin vom „Aufstehen, Krönchen richten und Weitergehen“? Ich keine Hürden mehr nehmen will? Hürden, die ich mir nicht selbst auferlegt habe. Und deshalb darin keine Chance sehen kann. Ist es das? Vermutlich.

Bin ich wütend? - Ja.
Bin ich frustriert? - Ja.

Und was bringt mir das?
Nichts. Es macht mich nicht stärker und meine Lage nicht besser. Auch das sehe ich nun ein.

Aber ein bisserl Jammern...? Darf ich? Soll ich? Mag ich? - JA!

Bleibt die Frage: Wozu? Was bringt mir das?

Ich denke weiter darüber nach...